Passivrauchen – Wie hoch ist die Gefahr für Kleinkinder?

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Die Schädlichkeit des Passivrauchens ist seit jeher bekannt. Für Babys ist diese Gefahr sowohl im Mutterbauch als auch nach der Geburt sogar erheblich höher als für Erwachsene. Viele Eltern greifen als Alternative zur E Zigarette. Doch auch diese ist mit möglichen Risiken für das Kind verbunden.

Passivrauchen ist die Inhalation von Tabakrauch aus der Raumluft.

Passivrauchen – erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt

Bereits vor der Geburt, kann das aktive oder passive Rauchen der Mutter schwerwiegende Folgen für das Baby haben. Gleiches gilt für den aktiven Konsum von Alkohol oder Drogen.

Inhaliert eine schwangere Frau Tabakrauch, so gelangen giftige Schadstoffe in ihren Körper und somit auch in den Körper des noch ungeborenen Säuglings. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Mutter aktiv oder passiv raucht. In beiden Fällen wird dem Kind ein enormer Schaden hinzugefügt.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt steigt um 40 – 80 Prozent, wenn das Kind regelmäßig mit Schadstoffen von der Zigarette in Kontakt kommt. Dies belegen verschiedene Studien. Auch die Gefahr eines plötzlichen Kindestodes steigt durch das Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft stark.

Des Weiteren liegt die Zahl der Frühgeburten statistisch bei rauchenden Müttern weit höher als bei nicht rauchenden Müttern. Damit eine Schwangerschaft und Geburt ohne größere Komplikationen verläuft, ist es dringend notwendig, dass Frauen bereits vor oder bei Beginn der Schwangerschaft rauchfrei leben.

Vor und während der Schwangerschaft kann das Rauchen und Passivrauchen folgende Krankheiten oder Komplikationen begünstigen:

  • Unfruchtbarkeit
  • Menstruationsstörungen
  • Spontanaborte
  • Frühgeburt
  • Geringes Geburtsgewicht
  • Erhöhte Krankheitsanfälligkeit des Kindes
  • Hyperaktivität des Kindes
  • Kleinwuchs
  • Placenta praevia (Fehllage der Plazenta)
  • Einschränkung der Stillfähigkeit

Denn auch die Zeit vor der Schwangerschaft ist entscheidend für die Entwicklung des Kindes. Frauen die einem langen Zeitraum dem Tabakrauch andere ausgesetzt waren, haben ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt, Totgeburt oder einer Eileiterschwangerschaft. Dies reicht bis in die eigene Kindheit zurück. Bedenken Sie dies auch, wenn Sie vor den eigenen Kindern rauchen.

Durch das Passivrauchen entwickeln viele Neugeborene zudem eine Nicotin Allergie. Ernsthaft Vergiftungen sind die Folge. Siehe entsprechenden Artikel auf toxcenter.

Studie bestätigt: Risiko der Totgeburt um 55% erhöht

Studie Passivrauchen SchwangerschaftIn einer im Fachjournal „Tobacco Control“ veröffentlichten Studie des Forschers Andrew Hyland und seiner wissenschaftlichen Kollegen des US-amerikanischen Roswell Park Cancer Institute in Buffalo, konnte diese belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen Passivrauchen und erhöhten Schwangerschaftsrisiken gibt.

Studie Passivrauchen SchwangerschaftDie Wissenschaftler werteten in der Studie das Datenmaterial von mehr als 80.000 Frauen aus, welche an der sogenannten „Women’s Health Initiative Observation Study“ teilnahmen. Alle Probandinnen hatten bereits ihre Menopause und mindesten eine Schwangerschaft hinter sich. Von diesen Frauen hatten mehr als 32 Prozent mindestens eine Fehlgeburt erlitten. Davon 4,4 Prozent eine Totgeburt und 2,5 Prozent eine Eileiterschwangerschaft.

Schon allein bei Frauen die „nur“ Passivraucher sind/waren besteht ein erhebliches Risiko einer Fehlgeburt. Dies gilt besonders für Frauen, die bereits mindestens 10 Jahre dem Tabakrauch ihrer Mitmenschen zu Hause oder am Arbeitsplatz ausgesetzt waren. In diesen Fällen liegt das Risiko im Vergleich zu sehr seltenen Passivrauchern bei Fehlgeburten um 17 Prozent, bei Totgeburten um 55 Prozent und bei Eileiterschwangerschaften um 61 Prozent höher.

Bei aktiven Rauchern ist die Zahl noch weitaus höher. Dazu zählen alle die mehr als 100 Zigaretten in ihrem Leben geraucht hatten. Hier war das Risiko einer Totgeburt um 44 Prozent erhöht im Vergleich zu den Nichtrauchern. Bei der Eileiterschwangerschaft war das Risiko 43 Prozent höher, eine Fehlgeburt war um 16 Prozent wahrscheinlicher.

Kleinkinder können Giftstoffe schlechter abbauen

Die Entgiftungsorgane beim Menschen entwickeln sich über viele Jahre. Bei Neugeborenen bzw. Kleinkindern befinden sich diese in einem frühen Stadium. Dementsprechend können Kleinkinder Giftstoffe, die über den Zigarettenrauch in den Körper gelangen, weitaus schlechter verarbeiten als erwachsene Menschen. Hinzu kommt, dass Kleinkinder einen viel schnelleren Atemrhythmus haben und somit größere Mengen an Zigarettenqualm einatmen.

Schädigung der Entwicklung des Kindes durch Rauchen und Passivrauchen:

  • Verengte Blutgefäße durch Nikiton, welche die Durchblutung der Placenta verringert und den Blutdruck (auch beim Kind) ansteigen lässt.
  • Verringerung des Sauerstoffgehalts im Blut durch Kohlenmonoxid im Rauch. Folge: ständige »Atemnot« des Kindes.
  • Erbgutschädigung durch Inhaltsstoffe der Zigaretten. Über 800 chemische Substanzen, darunter Blei und Cadmium, von denen viele giftig, zwei Drittel starke Allergene und etwa ein zehntel krebserzeugend sind.

Wenn Eltern ihre Kinder diesen Schadstoffen nicht aussetzen wollen, sollten diese unverzüglich mit dem Rauchen aufhören oder zumindest nicht mehr Zuhause rauchen. Denn auch wenn das Kind sich nicht im gleichen Raum befindet, so setzen sich die giftigen Schadstoffe in den Wänden und Möbeln in der Wohnung ab. Von da aus können diese immer noch über die Luft in die Atemwege und damit in den Körper des Kindes gelangen. Aus diesem Grund ist jeder Raum bzw. jeder Ort, an dem zuvor Tabakzigaretten konsumiert wurden, bei längerem Aufenthalt eine Gefahrenquelle für das Kleinkind.

Spätfolgen des Rauchens bei Kleinkindern

Zigarettenkonsum führt nicht nur zu einer erhöhten Gefahr während und unmittelbar nach der Schwangerschaft, sondern auch in den Jahren danach.

So sind Kleinkinder, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben, häufig aggressiver als andere Kinder. Vermutet wird, dass die giftigen Schadstoffe eine negative Auswirkung auf den Hormonhaushalt des Kindes haben. Der Testosteron-Spiegel kann dabei gestört und in Ungleichgewicht gebracht werden. Dies spiegelt sich dann im aggressiveren Verhalten des Kindes gegenüber anderen Kindern und den Eltern wieder.

Auch die ersten Schritte und die ersten Worte des Kindes können durch das Rauchen der Eltern verzögert werden.

Die eigentlichen Opfer unserer Gleichgültigkeit gegenüber Nervengiften sind die Neugeborenen. Vergiftete sind:

  • unruhig
  • trinken schlecht
  • entwickeln sich schlecht
  • haben Seh-,Hör- und Hautschäden
  • sind infektanfällig

Sind E-Zigaretten eine gesunde Alternative?

xsmoke logoViele Eltern greifen aufgrund der großen gesundheitlichen Gefahr durch Tabakzigaretten für sich und für ihr Kind zu elektronischen Zigaretten. Beispiel sind die E-Zigaretten von xsmoke. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tabakzigaretten wird bei E-Zigaretten Wasserdampf inhaliert. Diese flüssigen E-Liquids beinhalten jedoch auch Nikotin, um die Nikotinsucht des Konsumenten zu befriedigen.

Die Schädlichkeit von E-Zigaretten ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Daher wird dieses Thema kontrovers diskutiert. Einige Wissenschaftler und Studien sehen bei E Zigaretten keine Gefahr für den Menschen und somit für Kleinkinder. Andere Wissenschaftler und Forscher jedoch behaupten Gegenteiliges. E Zigaretten würden trotz Wasserdampf giftige Schadstoffe beinhalten, die durch den Dampf auch in die Atemwege von Kleinkindern gelangen könnten.

E-Zigaretten seien daher vom Gefahrenpotenzial auf einem ähnlichen Level wie Tabakzigaretten anzusiedeln.

Des Weiteren raten Pädagogen Eltern von E-Zigaretten ab, da sie als Vorbildfunktion für ihre Kindern dienen. Der Konsum der Eltern von Zigaretten, sowohl elektronische als auch herkömmliche, könne entscheidend sein, ob das Kind im späteren Leben auch raucht oder nicht.

Insgesamt ist Eltern zu raten mit dem Rauchen vollständig aufzuhören oder nicht mehr vor den Kindern oder der schwangeren Frau zu rauchen. Denn sowohl das aktive als auch das passive Rauchen kann zu schwerwiegenden Folgen vom späteren aggressiven Verhalten des Kindes bis hin zum plötzlichen Kindestod führen. E Zigaretten stellen zwar dabei eine mögliche Alternative zu Tabakzigaretten dar, dennoch ist die Gefahr durch diese für das Kleinkind wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Bis dahin sollten Eltern auch mit E Zigaretten die Gesundheit ihrer Kinder nicht gefährden.

Studien siehe auch:
Rasenack R. u. Jähne A. (2010). Tabakkonsum und Tabakentwöhnung in der Schwangerschaft in SUCHT, 56 (3–4), 2010, 183–196

Hyland A., Piazza K.M., Hovey K.M., Ockene J.K., Andrews C., Rivard C., Wactawski-Wende J.. Associations of lifetime active and passive smoking with spontaneous abortion, stillbirth and tubal ectopic pregnancy: a cross sectional analysis of historical data from the Women’s Health Initiative. Tobacco Control, 2014 (in press) DOI:10.1136/tobaccocontrol-2013-051458

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