Kindersitze – Gruppen & Sicherheit – das gilt es zu wissen

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Alle Insassen eines Fahrzeuges müssen sicher befördert werden. Es ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben, dass Kinder in speziellen Babyschalen oder Kindersitzen gesichert werden müssen. Bis zu einer Größe vom 150 Zentimetern und einem Alter von 12 Jahren des Kindes ist die Benutzung eines Kindersitzes deshalb vorgeschrieben.

Sicherheit der Kindersitze

Als Eltern oder Großeltern sollten Sie für das Kind nur dem Alter und der Größe entsprechende Kindersitze verwenden. Achten Sie regelmäßig auf den richtigen Sitz des Gurtes und passen Sie die Kopfstützen auf die richtige Höhe an. Kindersitze werden regelmäßig von verschiedenen Institutionen wie dem ADAC oder der Stiftung Warentest oder von vielen Autozeitschriften getestet. Die Ergebnisse können Sie als Hilfe für die Kaufentscheidung nehmen.

Link zum Test: http://www.adac.de/infotestrat/tests/kindersicherung/kindersitz-test/

Die Kinder fahren am sichersten im Auto mit, wenn sie hinten auf der Rückbank sitzen. Vor allem Babyschalen sollten hinten befestigt werden. Möchten Sie die Babyschale doch auf dem Beifahrersitz befestigen, müssen Sie den Beifahrerairbag ausschalten. Weil der Sitz entgegen der Fahrtrichtung befestigt wird, wird beim Auslösen des Airbags bei einem Unfall der Kindersitz zurückgeschleudert und das Baby kann sich schwer verletzen.

Einen besonderen Schutz bieten Babyschalen mit Isofix-System. Bei vielen Neuwagen sind Ösen zwischen Sitz und Lehne, in denen die Haken des Sitzes einrasten. Die Ösen befinden sich meistens bei der Rückbank auf den seitlichen Sitzen und auch optional auf dem Beifahrersitz. Neben diesem System wird die Babyschale zusätzlich mit dem Drei-Punkt-Gurt gesichert. Wird so eine Babyschale einmal in einem Auto ohne dieses System mitgenommen, wird er einfach mit dem Gurt befestigt.

Einen interessanten Ratgeber hat die ARD Ende 2012 veröffentlicht. Das Video hat ca. 9 Minuten. Schauen Sie mal rein.

Auch der WDR hat 2013 ein informatives Video dazu online gestellt: http://www.wdr.de/tv/bab/sendungsbeitraege/2013/0403/kindersitze.jsp

Kindersitz-Gruppen

Kindersitze werden in verschiedene Gruppen, (von manchen Anbietern auch Klassen genannt), eingeteilt. Dabei werden die Sitze in Gruppe 0, 0+ 1, 2 oder 3 eingeteilt. Doch was bedeutet dies?

  • Kindersitze der Gruppe 0
  • Die Kindersitze der Gruppe 0 sind für Kinder von einem Gewicht bis zu 10 kg und einem Alter von 0 bis 9 Monate. Diese Sitze werden entgegen oder quer zur Fahrtrichtung eingebaut.

  • Kindersitze der Gruppe 0+
  • Die Kindersitze der Gruppe 0+ sind für Kinder von einem Gewicht bis zu 13 kg und einem Alter von 0 bis 18 Monate. Diese Sitze werden ebenfalls entgegen zur Fahrtrichtung eingebaut.

  • Kindersitze der Gruppe 0 – 1
  • Kindersitze der Gruppe 0 – 1 sind für Kinder von einem Gewicht bis zu 18 kg und einem Alter von 0 bis 4 Jahren. Diese Sitze werden entgegen der Fahrtrichtung, bei einem Gewicht des Kindes über 9 kg auch in Fahrtrichtung eingebaut.

  • Kindersitze der Gruppe 1
  • Die Kindersitze der Gruppe 1 sind für Kinder von einem Gewicht von 9 bis 18 kg und einem Alter von 9 Monaten bis 4 Jahren. Diese Sitze werden in oder entgegen der Fahrtrichtung eingebaut.

  • Kindersitze der Gruppe 1-3
  • Die Kindersitze der Gruppe 1 – 3 sind für Kinder von einem Gewicht von 9 bis 36 kg und einem Alter von 9 Monaten bis 12 Jahren und werden in Fahrtrichtung eingebaut.

  • Kindersitze der Gruppe 2
  • Kindersitze der Gruppe 2 sind für Kinder von einem Gewicht von 15 bis 25 kg und einem Alter von 3 bis 7 Jahren und werden in Fahrtrichtung eingebaut.

  • Kindersitze der Gruppe 2-3
  • Kindersitze der Gruppe 2 – 3 sind für Kinder von einem Gewicht von 15 bis 36 kg und einem Alter von 3 bis 12 Jahren und werden in Fahrtrichtung eingebaut.

  • Kindersitze der Gruppe 3
  • Kindersitze der Gruppe 3 sind für Kinder von einem Gewicht von 22 bis 36 Jahren und einem Alter von 6 bis 12 Jahren und werden in Fahrtrichtung eingebaut.

Namen und Bezeichnungen von Kindersitzen

Kindersitze der Gruppe 0, 0+ und 0 – 1 werden auch Babyschalen und Kindersitze der Gruppe 3 werden auch Sitzerhöhung genannt.

Für alle Kindersitze, die entgegen der Fahrtrichtung eingebaut werden, wird auch der Begriff „Reboard-Sitz“ oder „Reboarder“ verwendet. Weil auch Babyschalen entgegen der Fahrtrichtung eingebaut werden wird der Begriff „Reboard-Sitz“ für Sitze der Gruppe 0 – 1 verwendet.

Da jedes Kind bei der Geburt unterschiedlich groß und schwer ist und auch später unterschiedlich wachsen und sich entwickeln, können die einzelnen Gruppen nur als Anhaltspunkt gelten.
Am besten nehmen Sie Ihr Kind zum Kauf eines neuen Autositzes mit und lassen es probesitzen. Viele Geschäfte erlauben Ihnen auch, den Sitz in Ihr Fahrzeug einzubauen und so zu testen, wie Sie mit der Handhabung klar kommen.

Reboard-Sitz – die sicheren Kindersitze

Sobald das Kind aus der Babyschale heraus gewachsen ist, wird der nächstgrößere Sitz benötigt. In diesem wird das Kind zwar durch einen zusätzlichen verstellbaren Hosenträgergurt und seitlich gut geschützt. Durch den Einbau in Fahrtrichtung sind die Kinder in Fahrtrichtung bei einem Frontalaufprall kaum geschützt. Bei kleinen Kindern ist der Kopf sehr schwer und die Halsmuskulatur noch schwach. Deshalb wurden schon viele Kinder bei Unfällen schwer verletzt oder sogar getötet.

In Schweden werden fast nur Reboard-Sitze verwendet, seitdem sind Verletzungen bei Unfällen stark zurück gegangen. Bis zu 5x sicherer sollen solche Kindersitze laut Experten sein. Interessante Informationen dazu und Tipps für Kindersitze gibt es auch auf dieser Seite.

In Deutschland werden solche Sitze kaum angeboten. Zum einen sind sie im Vergleich zu anderen Kindersitzen teurer und zum anderen schnitten sie bei Tests schlechter ab. Der Grund ist aber schnell gefunden, denn bei Tests wurde neben der Sicherheit auch der Einbau bewertet. Welcher komplizierter als bei normalen Sitzen ist. Generell sollte die Gesundheit und das Lebens des Kindes aber mehr Wert sein, als der Preis eines Reboard Kindersitzes.

Wenn Sie einen neuen Kindersitz suchen, finden Sie hier eine große Auswahl geprüfter Kindersitze, auch Reboarder. Oder Sie schauen hier bei amazon nach.

Zubehör für Kindersitze

Für Kindersitze ist meist umfangreiches Zubehör erhältlich. Für die Babyschalen gibt es Spielzeug für den Griff und zusätzliche Fußsäcke. Für Kindersitze bekommen Sie Taschen für den Rücksitz, in denen die Kinder ihr Sachen aufbewahren können.

Ein schönes Beispiel für gutes Spielzeug für den Kindersitz ist der Tiny Love von Sunny Stroll. Bei Amazon gibt es dies für unter 30 Euro. Ein Klick auf das Bild führt direkt zum Produkt.

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